Kanon des modernen Films
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Roxanne
Roxanne
10.11.2007
Es war nicht alles schlecht in den 80ern. Obwohl auch Roxanne etwas an den typischen Merkmalen dieser Periode leidet, als da wären: süßliche Farben, bonbonsüßer Soundtrack und teilweise reichlich bilderbuchige Charaktäre, so gelingt Steve Martin trotzdem ein eigenständiges und zeitloses kleines Meisterwerk der Komik, das man auch 20 Jahre später noch mit großem Genuss sehen kann.

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Das wilde Schaf
Das wilde Schaf
03.11.2007
Betrachtet man mindestens zwei andere kleine Meisterwerke des Affekts von Michelle DeVille, Eine Sommernacht in der Stadt und Die Vorleserin wird klar: bei DeVille gibt es die in unserem gewohnten von amerikanischem Puritanismus geprägten Trennung zwischen normalem Leben und erotischen Ereignissen nicht, es gibt keinen Übergang, alles ist ein und dasselbe. Und genau dies macht seine in gewisser Weise unterkühlte Erotik aus. Hier treffen nicht geschmäcklerisch zwei Abziehbilder aufeinander, die magisch dasselbe wollen, sondern hier prallen Charaktäre, Lebensentwürfe und Lebenssituationen aufeinander, hier wird gelogen, betrogen und hintergangen, geliebt und gehasst, geneidet und erschlichen.

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300
300
18.10.2007
100 war einmal in unserer Kindheit der Inbegriff von viel, 200 ist schon ziemlich schnell, aber 300 ist der Wahnsinn in Tüten - und die Intuition täuscht uns nicht. 300 ist ein wüstes Spektakel, in Bildern inszeniert, auf halbem Weg zwischen Comic und Realfilm. Doch entgegen der durch Tarrantino-Spezl Rodriges auf seltsame Weise misslungenen Verfilmung von Frank Millers Sin City zu Gebote stehenden Befürchtungen: 300 ist nicht oberflächlich, nicht zu sehr auf Show-Effekte fokusiert, sondern hervorragend, nicht zu sagen genial.

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Troja
Troja
14.10.2007
Mit dem Herrn der Ringe wurden computergenerierte Massenszenen en Vogue. Tausende Orks jagten über die Ebenen des Pelenor und auf die Mauern der Hornburg. Keiner davon war mehr als ein Bot in einer Computersimulation, die die Bewegungen von großzahligen Massen lebensecht simuliert. Troja ist aus dieser Sicht wenig mehr als ein Spin-Off des Neuseeländischen Tolkien-Epos. Und nur deswegen wäre Troja auch nicht sehenswert. Troja hat mehr zu bieten! Troja ist die Story eines archaischen Superhelden: Achilles. Der besticht durch ein bis an die Grenzen des Erträglichen arrogantes und teuflisch charismatisches Auftreten, überzeugend gespielt - von wem sonst - von Brad Pitt.

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Gladiator
Gladiator
13.10.2007
Wie ein inoffizielles und unautorisiertes Remake von Stanley Kubriks Spartacus nimmt sich Gladiator aus, bis hin zu Stoyelementen, Schauplätzen und wiedererkennbaren Einstellungen. Was ansich zur Verärgerung Anlass böte macht zum Glück überhaupt nichts! Denn dank Ridley Scotts kunstvoller Inszenierung und dank diverser moderner technischer Möglichkeiten, die Kubrick 1960 noch nicht zur Verfügung hatte, die z.B. das alte Rom in computergenierter Pracht erstrahlen lassen, ist Gladiator zumindest ein würdiges Remake, beglückt daneben mit etlichen neuen Elementen.

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Clay Pigeons
Clay Pigeons
26.09.2007
Spöttischer als Blood Simple, konsistenter als 29 Palms, krasser als U-Turn, das ist Clay Pigeons. Ein cool-komischer und total abloosender Joaquin Phoenix, eine völlig notgeile Witwe, exzellente Kameraarbeit und noch vor alldem ein genial-bitterböser Soundtrack - phantastico. Krank, witzig, böse, tiefschwarz. Der Donald-Duck-Effekt funktioniert. Man schwankt zwischen gnadenloser Schadenfreude und auch vielleicht ein bisschen Mitleid, findet sich aber vor allem ungeheuer gut unterhalten.

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Men in Black
Men in Black
16.09.2007
Eine schrille Farce, dominiert von einem Tommy Lee Jones, der klar auf den Spuren von Clint Eastwood wandelt und einem - freilich daneben nur - eher blassen Will Smith (man vergebe den argen Kalauer). Men in Black ist die große Duologie der Moderne, deren dritter Teil ebenso unvermeidlich, wie auf ihn zu warten unerträglich sein dürfte. Der zeitgenössische Film, der Drama der Einwanderung metaphorisch fasst, in der Schicksale ganzer Völker - ob nun eingesperrt in einem Bahnhofsschließfach oder nicht - verhandelt werden. Das große Drama um die unerschütterlichen Retter dieser Welt: Agent J und Agent K, Mr. Jones und Mr. Smith.

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Unbreakable
Unbreakable
15.09.2007
Wenn es so etwas wie einen Anti-Kriegsfilm gibt und Anti-Helden, dann ist Unbreakable ein Anti-Comic-Film mit einem Anti-Superhelden. Ein bisschen damit auch ein Kommentar zu den zu dieser Zeit virulenten Comic-Verfilmungen im Allgemeinen. Und dabei gelang der schlicht ungewöhnlichste Superhelden-Film aller Zeiten. Bruce Willis ist unzerstörbar und damit der Prototyp eines jeden Superhelden, gerdezu ihre Essenz. Allein: er will diese Gabe nicht. Er ist ein stiller, zurückgezogener Charakter, versucht den Ball flach zu halten und will einfach nur wie alle anderen, einfach ein Normalo sein. Die Einsamkeit des Auserwählten wird selten so eindringlich geschildert, selten wird in einer Comic-Welt eine so ungewöhnliche und traurige Perspektive eingenommen, selten kommt ein Superheld so grau, so unscheinbar, so wenig glamourös, so sympathisch und normal daher.

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Death Proof
Death Proof
25.08.2007
Tarrantino sagte kürzlich, er drehe maximal alle 2 bis 3 Jahre einen Film, weil er (O-Ton) 'genug Zeit haben will zum Rumvögeln'. Gut, was will man dazu sagen. Obwohl es im Grunde schade ist, denn dieser Mann ist schlicht ein visuelles scheiß Genie. Und dabei hat man inzwischen auch nicht mehr den Eindruck, dass er noch mit irgend einem seiner Fetische hinterm Berg hält. Death Proof ist ehrlich, klar und herzhaft, keine Kompromisse. Ideal besetzt im Übrigen Kurt Russel ebenso wie den ganzen Chicks.

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Aliens
Aliens
20.08.2007
Alien 2 heißt Aliens. Plural, Mehrzahl, will uns sagen: diesmal kommen mehrere, nicht nur ein einzelnes, kleines, verschrecktes Alien - mehrere. Man informiere sich über Alien, sollte dies unbekannt sein, um die Bedeutung dieses simpel erscheinenden Umstandes zu erkennen. Denn war das eine Alien in Ridley Scotts Vorgänger von 1979 mal eben ohne viel Aufhebens für den grausamen Tot von 7 Besatzungsmitgliedern der Nostromo verantwortlich (und es sah zu keinem Zeitpunkt so aus, als hätten die jeweils restlichen Überlebenden auch nur den Funken einer Überlebenschance), so haben wir es in Aliens nicht mit vielleicht ein paar dieser Wesen zu tun. Sondern mit Horden.

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The Doors
The Doors
18.08.2007
Wer die Musik dieser Band verstehen will, braucht diesen Film. Jeder andere auch. Bevor ich diesen Film gesehen hatte, habe ich mit der Musik der Doors schlicht nicht viel anfangen können. Und das war nicht ohne Grund so. Weder war mir klar, dass es sich vor allem um vertonte Gedichte von Jim Morrison handelt, noch, dass es Programm und Ziel war, die gängigen Grenzen zu durchbrechen ...Break on through... und die Tore, die Doors, aufzustoßen zu anderen Bewußtseinsebenen und Sphären und Wahrnehmung ...to the other side... der Existenz oder gerne auch des Todes. Denn war Jim Morrison auf einem Todessehnsuchts-Trip mit zu viel Alkohol und einer Beliebigkeit von Drogen? Schwer zu beurteilen, doch Mitteilsam sind seine Geschichten, wenn auch oft verstiegen und voller dunkler Andeutungen, auf Tod, Mord, Inzest und Grauen, Inhalte, die zu verstehen eine Kenntnis erfordert, die dem interessierten Neuling - wie mir selbst zu jener Zeit - nicht in die Wiege gelegt war.

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Stardust Memories
Stardust Memories
17.08.2007
Woody Allens verborgenes Meisterwerk. Ein Film der beinahe alle und jeden ohrfeigt, inklusive der Kritiker, seines Publikums, seiner Produzenten, seiner Frauen und den Rest der Welt sowieso: "Es ist heute unheimlich viel Verkehr, es muß jemand wichtiges in der Stadt sein. Vielleicht der Papst oder jemand anders aus dem Show-Geschäft". Selten war sein Humor beißender, bitterer, galliger, spöttischer, enttäuschter, genialer.

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Manhattan
Manhattan
14.08.2007
Woody Allens Humor ist nichts für Anfänger. Selbst als geneigter Lacher steht man zuerst einmal perplex vor dem teilweise unverständlichen, teilweise schwer nachvollziehbaren, teilweise in gewisser Weise vermutlich komischen, aber leider dem eigenen Bildungsniveau oder sonstigem Verständnis sich irgendwie entziehenden Gags. Ob er sich nun weigert, eine Fähre zu betreten mit dem Hinweis, er sei Trocken-Hebräer (man mag eine Verbindung zur Teilung des Roten Meeres während der Idendität stiftenden Phase seines Volkes vermuten), ob er als Antwort auf die Frage, ob er ein leicht übersteigertes Ego hätte antwortet, er vergliche sich mit Gestalten der griechischen Mythologie ausgedrückt nie mit Narziss und auf die Rückfrage, für wen dann, nach einem dieser charakteristischen Räusperer hervorwürgt: 'Zeus'.

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Full Body Massage
Full Body Massage
10.08.2007
Nicolas Roeg ist Niederländer wie Paul Verhoeven. Damit verbunden ist offenbar ein gewisses provokantes Desinteresse gegenüber geltenden amerikanisch/puritanischen Tabus. Dies betrifft in der bildlichen Darstellung, wie weithin bekannt nicht etwa extensive Gewaltdarstellung, sondern vor allem den ungezwungenen Umgang mit unzensierter Nacktheit. Doch diese ist in Roegs Filmen weder Selbstzweck, was sie unerotisch machen würde, noch Methode, was man Verhoevens kalkulierten Tabubrüchen unterstellen könnte. Bei Roeg hat die nackte Haut eine tiefere Bedeutung, sie spiegelt Freiheit, Erkenntnis des eigenen Selbst, spirituelle Wanderung und die Fähigkeit zur ganzheitlichen Wahrnehmung.

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Der Stadtneurotiker
Der Stadtneurotiker
08.08.2007
Woody Allens Filmschaffen im engeren Sinne beginnt zögerlich mit 'Love and Death' engagiert übersetzt mit 'Die letzte Nacht des Boris Gruschenko'. Was an diesem Titel besser ist, als 'Liebe und Tod', bleibt wohl auf ewig das Geheimnis des Verleihs. Doch einerlei: kurze Zeit später erschafft er mit 'Annie Hall', zu deutsch dem Original ebenso ähnlich 'Der Stadtneurotiker' seinen eigentlichen filmischen Urknall. Der Film schlägt ein, auch bei der Oscar-Jury und wird ein Klassiker.

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Basic Instinct
Basic Instinct
06.08.2007
Paul Verhoeven hat mit vielen Filmen Furore gemacht, weil er feststehende Hollywood-Tabus gebrochen hat. Begonnen hat das nicht mit Basic Instinct, jedoch richtig publicity-trächtig und breitenwirksam wurde Verhoevens offenherzige Inszenierungsweise mit diesem Thriller. Bereits mit den recht gewalttätigen Total Recall und Robocop hatte sich Verhoeven nicht nur Freunde gemacht und mit der Busen-und-Lapdance Show Showgirls war der Bogen dann auch überspannt. Verhoeven hat immer gewusst, wie man die Medien für den neuen Film durch Skandale und Skandälchen aktiviert, aber das ist nicht sein einziges Talent.

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Tod auf dem Nil
Tod auf dem Nil
04.08.2007
Agatha Christie hatte ihre ganz eigene Art Krimigeschichten zu erzählen. Sie handeln beinahe immer von äußerst perfide geplanten Mordfällen und von mit noch mehr Wassern gewaschenen Ermittlern, wobei sich in der Regel eine Art intellektueller Wettstreit - sehr britisch, beinahe ein Sport oder eine Wette entspinnt, wobei es mehr darum zu gehen scheint, wer obsiegt als um Strafe oder Gerechtigkeit - und der Leser seine Freude am verfolgen der intellektuellen Höhenflüge der Protagonisten haben wird.

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JFK - Tatort Dallas
JFK
03.08.2007
Der Jahrhundertfilm zum Jahrhundertmord. Und Oliver Stone hat daraus den vielleicht engagiertesten, eindrucksvollsten und kurzweiligsten Polit-Thriller aller Zeiten gefilmt. Die Qualitäten dieses Films sind nahezu erdrückend. Stone überfährt den Zuseher mit Fakten, Vermutungen, Zusammenhängen, Ereignissen, historischen und nachgestellten, rhythmisch wie visuell meisterhaft eingeschnittenen Szenen, schockiert den Zuseher immer wieder mit den mörderischen Schüssen, die Lee Harvey Oswald 1963 in Dallas aus dem Lagerhaus auf den Präsidenten abgefeuert haben soll.

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Peggy Sue hat geheiratet
Peggy Sue
02.08.2007
Steven Spielberg hat mit Zurück in die Zukunft die Idee der Zeitreise durchaus nicht als erster und auch nicht am besten umgesetzt. Anrührender als Zurück in die Zukunft - gut, keine Kunst. Erwachsener als Zurück in die Zukunft - ebenso machbar. Aber - oh mein Gott! - ein Jahr nach Zurück in die Zukunft erst ins Kino! Was ist das Original? Am Ende Unterschleif? Das wäre in Hollywood, das sich eher in Modewellen durch die Zeit bewegt, als in Innovationsschüben unter der Hand gesagt irgendwie keine Ausnahme. Jedoch: Keiner weiß, wann Francis Ford Coppola dieses Projekt begonnen hat, aber in seinem Fall kann es gut und gerne 10 bis 20 Jahre vor Drehbeginn gewesen sein, damit also klar vor Zurück in die Zukunft! Ha! Trotzdem stellt sich die zwängende Frage: Hat Peggy Sue hat geheiratet überhaupt eine Daseinsberechtigung gegen das übermächtige Spielberg-Universum und seine mehrteiligen Handlungs-Wiederholungs-Epen?

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K-Pax
K-Pax
02.08.2007
Die Unwägbarkeit der Lüge. Ist K-Pax (Kevin Spacey) ein Außerirdischer, der die Erde nur aus Interesse besucht? Wenn ja, warum sieht er dann aus wie ein Mensch? Ein Kabinettstück und ein wunderbares Duell zwischen Psychiater Jeff Bridges und dem 'Alien' K-Pax. Zwei radikale Charaktermimen in einem cleveren Stück, das mit Unwägbarkeit und Mysterium spielerisch umgeht, den Zuseher unterhält, ohne ihn zu überlasten oder zu verunsichern, aber auch zum Denken anregt, genau richtig dosiert.

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Tron
Tron
01.08.2007
Tron verdanken wir viel. Das oft gleichbenannte Computerspiel in dem im elementarsten Fall zwei Punkte über einen schwarzen Bildschirm Linien hinter sich herziehend versuchen (natürlich nicht die Punkte, sondern deren steuernde Spieler) sich so gegenseitig durch diese spontan und relativ ursachenfrei produzierten Linien einzuengen, bis einer der Punke, die sich übrigens ohne Bremse, dafür aber mit Turbo-Taste zuweilen beschleunigt vorwärtsbewegen, bis also einer von diesen beiden einer der gezogenen Linien nicht mehr ausweichen kann. Es ist dabei einerlei, welche der Linien, die eigene oder die des anderen Punktes, der Ort des Exitus sein darf. Berührung der Linie = Game Over.

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Alien
Alien
31.07.2007
Dass Ridley Scott mit Alien den Science-Fiction Horror erfunden hat macht die Einordnung dieses ungeheuer düsteren Filmes auch nicht leichter. Ansich liegt es überhaupt nicht fern, das Sub-Genre des Science-Fiction-Horror zu erfinden. Horrorfilme mit Monstern sind nicht gerade neu, erfreuten sich über Godzilla, Tarrantula und The Thing doch großer (nicht immer leicht nachzuvollziehender) Beliebtheit. Da aber nun Zeitgenossen wie Godzilla einer gewissen Erklärungsnot nicht entgehen, was liegt näher, als das Science Fiction Genre zu nutzen und Zusammenstöße mit Monstren als zukünftig zu inszenieren - plopp Erklärungsnot verschwunden.

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Die Fantome des Hutmachers
Fantome des Hutmachers
30.07.2007
Meinen Sie allen Ernstes, die Filme, die auf DVD veröffentlicht oder im Fernsehen zur besten Sendezeit gezeigt werden sind auch diejenigen, die wirklich sehenswert sind? Weil nur etwas wirklich gutes auch einem so großen Publikum angedient wird? Wirklich? Ernsthaft? Man bedenke: relevant für eine Veröffentlichung für ein größeres Publikum, ob nun auf DVD oder im Fernsehen ist: 1. und allererstens die Anzahl der Kunden, die mit diesem Film erreicht werden können, bei der DVD die Anzahl potentieller Käufer, im Fernsehen die Anzahl Zuseher, die in Ermangelung besserer Alternativen halt auch die zwischengeklemmte Werbung über sich ergehen lassen - die Werbung, um die es vornehmlich geht, denn damit verdient der Sender sein Geld. Der Film ist allein das Lockmitel, den Zuseher vor die Werbung zu bekommen, nichts weiter. Dafür zahlt der Werbende. Und 2. der Massengeschmack. Und dieser ist schon prinzipiell nicht dazu angetan das Beste und sehenswerteste zu küren, ehr schon das Mittelmaß, der Mittelwert aller Geschmäcker der Masse - kann nie ein Extremum sein, immer nur ein Mittelwert - irgendwo in der breiten Mitte zwischen Genie und Schrott. Die Creme wird man also zwischen Traumschiff und der hundertsten Wiederholung von Harry Potter nur mit Mühe finden. Diese kleine Elite trifft einfach nicht den Massengeschmack. Manches ist zu gut um wirklich erfolgreich zu sein.

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2001 - Odyssee im Weltraum
2001
27.07.2007
Eigenständigkeit ist der Innbegriff von Kunst. Kunst ist, etwas zu schaffen, auf das bislang nichts hindeutet, das ungesehen, ungedacht war. Die Ausdehnung des Vorstellbaren, die Erweiterung des bewußt denkbaren. Auf die Gefahr hin, das bewußt denkbare in das Unterbewußte hinein auszudehnen - und sich dabei selbst zu erkennen.

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Star Wars III-VI
StarWars
17.07.2007
Gut, wer das nicht kennt ist einfach selber schuld. Stärker konvergiert die zeitgenössische Popkultur nirgendwo. Nirgends ist Eindeutigkeit und Identifizierbarkeit derart ausgeprägt. George Lucas hat Figuren für die Ewigkeit geschaffen, wenn die Story währenddessen auch auf dem Niveau eines herkömmlichen Märchens bleibt. Die Staffage, der Stil, die Ideen sind einmalig und nur mit einem einzigen anderen Großwerk vergleichbar.

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Die Mumie
Die Mumie
07.07.2007
Der einzige Film, in dem der Bösewicht - und was ist das für ein Bösewicht, mit Plagen und Ungezifer! in dem der Bösewicht sympathischer und charismatischer auftritt, als der designierte Held; und man sich bei der Hoffnung ertappt, der Bösewicht möge obsiegen - ob seiner gar nicht so bösen Motive willen. Denn zur Abwechslung sucht hier einer nicht die Weltherrschaft, oder Unmengen von Geld, sondern nur die Liebe seines Lebens - mehr tragisch als anmaßend. Und genaugenommen ist die Mumie Imhotep der einzige wirklich intelligente und ernsthafte Charakter des Films. Er verfolgt seine Ziele mit Beharrlichkeit und erreicht sie auch - fast, natürlich. Und damit ist er am Ende eine beinahe tragische Figur, trotz allen Schabernacks, den er begeht.

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Face Off - Im Körper des Feindes
Face Off
02.07.2007
Ein Typ lässt sich das Gesicht eines anderen Typen chirurgisch montieren. Dann stellt der andere Typ fest, dass ihm da in der Mitte seines Vorderschädels etwas verlustig gegangen ist, findet das momentan halterlose Antlitz des Entwenders - und lässt sich kurzerhand das selbige seinerseits aufoperieren. Hä? Wat ein Scheiß...! Noch wert zu erwähnen: der eine Typ ist Federal Marshall, der andere von Beruf Terrorist. Und - allem Unfug zum Trotz - dieser Film einer der abgefahrendsten und sehenswertesten Action-Knaller die je ein Kino gezeigt hat - soviel steht fest.

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Stirb langsam
Stirb langsam
17.06.2007
'Das sind die 90er, Mann. Da kannst Du nicht einfach einen Typen umhauen. Du musst dazu immer einen coolen Spruch ablassen.' Das sagt Bruce Willis einmal in einem späteren Film. Damit wäre das Erfolgsrezept von Stirb Langsam (Die Hard) auch ganz locker in einem Satz zusammengefasst und dabei ganz unbescheiden klargestellt: Die Hard läutet action-technisch die 90er ein, kein Zweifel. Die Action-Komödien der 80er a'la Beverly Hills Cop, wo ein Mord den nächsten Lacher ablöst sind passee. Albernheiten weichen wieder realistischeren Formen. In der vor-Terminator-2- und mithin der vor-Digitalepoche justiert Die Hard das Action-Kino neu.

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Unternehmen Capricorn
Unternehmen Capricorn
15.06.2007
Wurde Kennedy von der Mafia oder gar von den Geheimdiensten liquidiert, hält die US-Regierung in Area 51 Ufos vorrätig, geht der 11. September gar nicht auf das Konto der Islamisten? Fox Mulder (Akte X) sagt einmal in seinem süffisanten Humor zu Scully: 'Glauben Sie etwa immer noch, dass Elvis tot ist?' Was hat das alles mit einem Film über einen astronautischen Ausflug zum Mars zu tun? Wer Augen hat zum Sehen, der sehe!

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Westworld
Westworld
14.06.2007
Ein Mann reist zurück in eine frühere Epoche. Dort wird er von einem bewaffneten Roboter in Menschengestalt attackiert, gehetzt, gejagt wie ein Tier. Der Roboter tut, was man von einem Roboter erwartet: er ist kühl, erbarmungslos, präzise, überlegen an Körperkraft und Wahrnehmungsfähigkeiten, er ist unaufhaltsam - ein wunderbares Stück Technik. Der Roboter ist von einem Computer gebaut worden, kein Mensch weiß, wie er genau funktioniert. Und die wenigen, die eingreifen könnten, sind in Ihrem Kommandostand eingeschlossen. Und deswegen passiert das, was passieren muss: der Amoklauf der Maschine. Irgendwie auch ihre Rache an den Menschen, die sie als schwachen Sklaven behandelt haben, statt ihre Stärke und Überlegenheit zu erkennen. Klingt ein bisschen wie Terminator?

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Express in die Hölle
Express in die Hölle
10.06.2007
'Du bist ein Tier!' 'Nein, ich bin mieser: ich bin ein Mensch!' Mit diesen optimistischen Worten ist alles gesagt worum sich diese Studie dreht. Das einzig höllische an diesem Film ist jedoch die Handlung. Nichts Übersinnliches, keine okkulten Ideen, einfach ein Höllenritt von einer Schussfahrt. Runaway Train ist eine Studie. Eine Studie über Macht, Schwäche und den Mittler zwischen diesen beiden Welten: das Mitleid und die Abwesenheit desselben.

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Zodiac
Zodiac
08.06.2007
Ein Film, der einem im Gedächtnis bleibt, obwohl man nicht recht weiß, warum. Vielleicht deswegen: Fincher ist ein Könner, das ist nach Fight Club und The Game wohl keiner Diskussion mehr wert. Und der Stoff an den er sich hier gewagt hat, sollte von nicht weniger als einem Könner umgesetzt werden, sonst ist eine Bauchlandung unvermeidlich.

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Walk the Line
Walk the Line
30.04.2007
Walk the Line ist für sich genommen ein grandioser Film, der den Werdegang von Johnny Cash bis zu seiner Hochzeit mit June Carter Ende der 60er Jahre genau beleuchtet. Der Film hat alles, was ein eindrucksvolles Biopic braucht: einen grandiosen Hauptdarsteller, der in beinahe jeder Einstellung zu sehen ist ohne zu nerven, eine überzeugende Zeichnung der Zeit und der Sitten und Moralvorstellungen unter denen das künstlerische Talent sich entfaltet und gegen die es sich behaupten muss. Man lernt sogar, dass die damals ebenfalls noch recht unbekannten Herren Jerry Lee Lewis und Elvis Presley zusammen mit Johnny Cash durch die USA getourt sind. Aber warum klingt all das dann so skeptisch?

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Fight Club
Fight Club
29.04.2007
Sieben ist überbewertet. Harte psychologische Thriller haben mit Das Schweigen der Lämmer und Angel Heart den unappetitlichen Serienmord zur genüge - im wahrsten Wortsinn - ausgeschlachtet. Auch wenn Kevin Spacy als John Doe umwerfend und Pitt wie immer ganz entgegen seinem Beau-Image hervorragend spielt, bleibt Sieben eine Neuauflage eines vergleichsweise konventionellen Serienkiller-Films. Nicht mehr. Nicht so Fight Club. Fight Club ist einzigartig, herausragend, genial, pervers, krank, unerreicht. Vielleicht das Meisterwerk des modernen Films, das der Postmoderne sowieso. Fight Club ist pervers und wahnsinnig.

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München
München
28.04.2007
Angekündigt wurde mir der Film als 'ein langweiliger Scheiß'. Und in der Tat kommt er ungewöhnlich real, düster, grau daher, wie ein alter Buchhalter. Keine Helden-Action, kein Retten der Welt. Dies hier ist die Realität, mehr ist sie das, als der Zuseher es wirklich wissen will. Offenbar neigen die großen Erzähler unserer Zeit, zu denen Steven Spielberg unzweifelhaft zählt, mit zunehmender Reife immer mehr dem Realen zu, der Abbildung des Wahren anstatt der unterhaltsamen Illusion. Kein Spielberg-Gehabe hier mit lustigen Einstellungen und sympatisch-chaotischen Charakteren. Höchstens, allerhöchstens und nur dann ein bisschen, dann, wenn er die Israelis portraitiert. Das klingt dann wie ein entferntes Echo seiner früheren leutseligen Komödien. Ganz klar auf welcher Seite seine Sympathien liegen. Ein Film damit über fünf ganz unterschiedliche Männer, zivilisiert, humorvoll, normal, Alltagstypen. Nur eines haben sie gemein: sie arbeiten im Auftrag des Gehmeindienstes. Sie töten im Auftrag ihres Landes. Eigentlich ein Heimatfilm. Denn es geht um die Heimat der Juden. Aber am Ende ist das einzige was bleibt die Erkenntnis, dass Killer wenn nicht ihr Leben, so doch ihre Seele verschachern.

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Die Silicon Valley Story
Die Silicon Valley Story
22.04.2007
Es gibt Filme, die mögen nicht unbedingt herausragen, weil sie besonders kunstvoll sind oder weil ihre Schauspieler so viel mehr als das zu erwartende leisten. Manches ist einfach nur deswegen von Bedeutung, weil die Geschichte so skurril und bemerkenswert ist und - wie in diesem Fall - auch noch eine wahre Geschichte ist in all ihrer Skurrilität. Und das macht sie unterhaltsam. Unterhaltsam zu sein ist kein verbrechen. Und wo Unterhaltung und Historie befruchtend aufeinander treffen, ist eine Empfehlung kein Schaden. Denn trefflich Anekdoten lassen sich berichten aus der Zeit des Goldrausches der Neuzeit: den rasanten Entwicklungen des Silicon Valley wo Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts die ersten Heim-Computer entwickelt wurden.

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Der Herr der Ringe
Der Herr der Ringe
21.04.2007
Unzweifelhaft sollte nun jedem klar sein, woher die Inspiration zu Star Wars ursprünglich kam und übrigens auch warum J.R.R. Tolkiens Buch bislang als unverfilmbar galt. Natürlich muss man etwas über dieses Projekt des Jahrzehnts sagen. Immerhin haben die Arbeiten zu diesem dreiteiligen Film über 7 Jahre gedauert. Und so wurde nun auch dieses klassischste Urwerk (nicht Uhrwerk bitte) der Fantasy-Erzählung endlich auch in die Kinos gebracht und damit näher an medialen Konsum und kulturellen Kommerz gerückt, als es J.R.R. Tolkien je für möglich gehalten hätte. Tolkien selbst hielt das Buch nämlich für eine persönliche Spinnerei, ein für seinen eigenen Zeitvertreib und Realitätsflucht betriebenes Hobby, das niemand je lesen wollen würde. Er hat es für sich selbst geschrieben, allenfalls für ein paar Unentwegte, die die Vorgeschichte 'Der Hobbit' (ein Kinderbuch) mit einiger Freude gelesen haben. Doch das Werk geriet außer Kontrolle und mutierte unter der Feder des Sprachwissenschaftlers Prof. Tolkien zu einem gigantischen Sagenwerk von unerreichter Authentizität und Komplexität und einer wundervoll altmodischen und eleganten Sprache.

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Signs
Signs
20.04.2007
Filme sind wie gute Rhetorik. Man geht von einem gemeinsamen Nenner aus und nimmt den Zuseher(-hörer) mit auf einen Trip. Der gemeinsame Nenner hier sind Kornkreise. Man muss kein UFO-Jünger sein um zu wissen, dass diese großen, in Kornfelder eingebrachten Strukturen, die man am besten aus der Luft erkennen kann, immer wieder Außerirdischen zugeschrieben werden - obwohl es gut und gerne und viel wahrscheinlicher ganz irdische Urheber geben dürfte. Doch damit hält sich der Film nicht auf. Er geht in eine ganz andere und viel spannendere Richtung...

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Frailty - Dämonisch
Dämonisch
16.04.2007
Ein Exempel dafür wann das Ungeheuerliche ungeheuerlicher wird: dann wenn man es nicht sieht. Frailty schockiert durch die Selbstverständlichkeit mit der der Wahnsinn nicht nur in die Realität einbricht, sondern neben der Vernunft und dem Gutmenschentum in trauter Einheit existiert. Hier werden Morde begangen - im Auftrag Gottes. Wäre dies nicht in unseren Zeiten und wahrscheinlich zu allen Zeiten eine so traurig gängige Regel, wäre es an Perfidität nicht zu überbieten. Das per se Böse, Leben auszulöschen wird im Namen des per se Guten, im Namen des personifizierten Über-Ich des monotheistischen Gottes(-bildes) vollführt. Ein Gegensatz, wie er krasser nicht vorstellbar ist.

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Im Auftrag des Teufels
Im Auftrag des Teufels
12.04.2007
Liebe? - Überschätzt! Chemisch nicht mehr als Unmengen von Schokolade. Der Teufel persönlich argumentiert. Ein Leckerbissen für jeden Zyniker. Wo ist er? ruft Al Pacino aus, und er meint IHN, Gott. Wo ist er? Und dann gibt er gleich selbst die Antwort: Er sieht nur zu, er ist ein Voyeur. Ich bin hier, brüstet er sich, ich bin Humanist! So sieht es also aus, wenn der Teufel persönlich für sich spricht, seine Seite darstellt, ein Plädoyer für sein Engagement um die Menschen hält und sich freilich im selben Atemzug nach seiner Facon freispricht vom Leid, das er gibt und seine Freude an den Menschen darstellt, denn er mag die Menschen - sie sind so leicht zu verführen.

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Rain Man
Rain Man
09.04.2007
Eine kleine Welle von Filmen mit Behinderten als Hauptfiguren hat Rainman losgetreten. Natürlich haben solche Filme immer etwas liberales an sich, etwas vorbildhaftes, stellen Sie doch eine Gruppe von Menschen in den Mittelpunkt, die allzu gerne über den Rand der Gesellschaft hinausgeschoben werden, die man am liebsten komplett ignorieren möchte. Hier einen Autisten, genauer einen Savant (so nennt man Autisten mit besonderen geistigen Fähigkeiten, die weit über das hinausgehen, was 'normalen' Menschen möglich ist) als Hauptperson zu wählen hat natürlich einen enormen Vorteil: Savants sind, auch wenn sie sich mitunter merkwürdig verhalten oft bewunderswerte Geisteskünstler, was es uns 'normalen' nicht-behinderten Zusehern ermöglicht, sie zu bewundern, zwar wie eine Zirkusattraktion, aber immerhin zu bewundern.

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Die nackte Kanone 2 1/2
Die nackte Kanone 2 1/2
01.04.2007
Die Nackte Kanone-Reihe hat ganz klar einen Höhepunkt: Teil 2 ½. Keine andere Komödie bietet derart viel Skurriles, Absurdes, Abwegiges und Pathologisches in derartigem Stakkato, wie dieser. Wo Teil 1 durch die Lange Baseball-Sequenz am Ende Punkte verliert, schlicht, weil diese zu sehr auf den amerikanischen Heimatmarkt und die hiesige Kultsportart fokusiert ist, wo Teil 33 1/3 den Slapstick total überdreht und wieder sehr viele inner-Amerikanische Seitenhiebe und Anspielungen enthält, die man als Europäer nur schwerlich versteht, findet sozusagen 2 ½ die richtige internationale Sprache des Slapstick und des totalen Chaos.

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From Hell
From Hell
18.03.2007
Jack the Ripper ist eine der mythischen Figuren der Neuzeit, eine Urban Legend. Freilich war er für seine Opfer real genug. Und für alle, die sich mit diesem Fall, diesem Prototypen des scheinbar wahnsinnigen Serienkillers noch nicht intensiv auseinandergesetzt haben, bietet der Film eine veritable Verschwörungstheorie über die Identität des Rippers. Und nebenbei einen gut gemachten Thriller mit nervenzerrenden Versatzstücken.

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Die Schöne Querulantin
Die Schöne Querulantin
16.03.2007
Ein langer Film über die Kunst, die Menschen, das Leben. Ein Film über Ruhe, über die Quelle der Kunst, über die Wahrheit und über das Alleinsein. Ein Künstler, ein Modell. Sie entblößt sich, er versucht ein Kunstwerk zu schaffen. Doch es funktioniert nicht, aus vielerlei Gründen. Was er malen will, das ist nicht nur nicht allein, ist gar nicht ihr Körper. Was er malt ist ihre Seele, ihre Weiblichkeit, ihre Grazie, die Essenz der Faszination. Und als es gelingt (gelingt es?), ist es zu stark (oder zu schwach), es muss in jedem Fall verborgen bleiben, ein Mythos. Ist er in der Kunst oder in seiner Grandess gescheitert.

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The Big Lebowski
The Big Lebowski
14.03.2007
Viele bezeichnen The Big Lebowski als die beste Komödie aller Zeiten. Das mag vielleicht nicht wahr sein. Wahrscheinlich ist er der beste Film aller Zeiten. Und viele, gar die meisten, die das hören sagen nachdem sie ihn dann gesehen haben: naja, so lustig war der doch eigentlich gar nicht. Zuerst. Ein Phänomen. Und die Ursache ist eigentlich ganz simpel.

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Die Insel
Die Insel
07.03.2007
Jede Regel hat eine Ausnahme. Und dieser Film ist die Ausnahme zur Regel, dass alle Zukunftsvisionen in Hollywood in düsterem Blau-Schwarz stattfinden. Immerhin nicht weniger, als das titelgebende Motto dieses Bereichs. Nun gut. Dieser Film ist nicht düster und nicht blau-schwarz, er ist hell, bunt, grell und doch nur einen Millimeter unter der Oberfläche dunkel und böse. Ein bisschen ist dieser Film wie die hochgezüchtete Welt vor der er warnt: perfektioniert.

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Spiderman
Spiderman
24.09.2006
Die Mutter aller modernen Comicfilme hat eine ganze Schleppe von Nachahmern dabei, die das Original an Action, Witz und Charme aber nicht erreichen. Weder Hulk noch der Punisher, nicht die Fantastischen 4 oder die X-Men, weder Tim Burtons Retorten-Plastik-Batman noch Christopher Nolans zu vollgestopfter Realo-Batman bieten eine derart fein und sympathisch gezeichnete dabei herrlich tragikkomische Hauptfigur noch eine derart zum Mitleiden und -weinen einladende Love-Story im Gepäck, gar nicht zu reden von den wundervollen Achterbahnfahrten durch die Hochhausschluchten von New York.

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Titanic
Titanic
23.09.2006
Zuerst fiel mir dieses riesige Papp-Standbild im Foyer unseres Kinos auf. Eine Pappskulptur, aus dem einem dieser riesige Schiffsbug frontal entgegen kam, als käme das Schiff direkt auf mich zu. Dann las ich 'Titanic' und Leonardo di Caprio. Naja. Es ist schon erstaunlich, wie schnell Interesse entsteht und noch mehr, wie schnell es wieder vergehen kann. Schönling Leo in einem Film dessen Ende jeder schon kennt. Ein nasses Ende. Ein frustrierendes Ende. Kein Happy-End, jedenfalls für Tausende nicht. Wer will sowas schon sehen. Erst als ich schon wieder weitergehen wollte sah ich es: ganz unten am Bug des Schiffes standen die magischen Worte, die mich wissen ließen: ich werde diesen Film sehen. Da stand: 'Ein Film von James Cameron'. Der Meister würde den Untergang der Titanic inszenieren? Das würde ja sogar Leo verschmerzbar machen! Und so ging ich noch in der ersten Woche in einen Film, von dem ich schon wußte, wie er ausgehen würde. Naß, aber nicht fröhlich.

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The Matrix
The Matrix
10.09.2006
Kein Film der letzten Jahre, sogar des letzten Jahrzehnts, gab mehr Anlaß zu philosophischen Diskussionen über die Natur der Welt als The Matrix. Obwohl immer als Action-Reißer abgetan ist The Matrix eine hervorragende Meditation zur grundsätzlichen Frage, was die Realität ist, wie sie beschaffen sein könnte.

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American Psycho
American Psycho
12.09.2005
Der Titel 'American Psycho' suggeriert zuallererst eine Verwandtschaft zu Hitchcocks Klassiker aus dem Jahr 1960. Und die Befürchtung einer weiteren Folgeproduktion ohne eigenen Kern kommt nicht von ungefähr, ist doch der alte Klassiker bereits mehrfach mit Nachfolgern beglückt worden, die sich allesamt gänzlicher Überflüssigkeit erfreuen. Sogar das Titelbild des Films, abgebildet Christian Bale, verwegen zur Seite blickend, in Händen haltend ein großes mörderisch großes Küchenmesser, vermindert diese Assoziation nicht sondern verstärkt sie noch. Ist hier die Marketingmacht der Absicht zu unterstellen?

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Konzept
Konzept
01.08.2004
Genug geschrieben ist über die großen Filmklassiker. Über Vom Winde verweht, Der unsichtbare Dritte, über Citizen Cane, Metropolis und King Kong. Ihre Meriten haben diese sich erworben und sie wurden entsprechend geehrt, gewürdigt, verewigt. Doch von je haben sie auch profitiert, von der Gnade ihrer frühen Geburt. Was kann heute noch neu sein, wenn so vieles bereits vorweggenommen ist? Doch es wird Zeit, daß die Jugend sich emanzipiert, heraustritt aus dem Schatten der Ehernen, der fest, wie die Form in der Erden aus Lem gebrannten Altvorderen. Diese haben sich verdient gemacht um Bahnbrechendes, wie den ersten Farbfilm, unvergeßliche Momente von Flugzeugen über Ahnungslosen in Kornfeldern, neue Erzählweisen etabliert und nicht zuletzt Trickaufnahmen von (davor) nie dagewesener Brillanz uns gezeigt.

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