Spöttischer als Blood Simple, konsistenter als 29 Palms, krasser als U-Turn, das ist Clay Pigeons. Ein cool-komischer und
total abloosender Joaquin Phoenix, eine völlig notgeile Witwe, exzellente Kameraarbeit und noch vor alldem ein genial-bitterböser
Soundtrack - phantastico. Krank, witzig, böse, tiefschwarz. Der Donald-Duck-Effekt funktioniert. Man schwankt zwischen gnadenloser
Schadenfreude und auch vielleicht ein bisschen Mitleid, findet sich aber vor allem ungeheuer gut unterhalten. Dämliche Polizisten, Weitwinkel-Kameraeinstellungen, die alles in eine Comic-Welt verwandeln, ein Joaquin Phoenix, der aussieht
wie der 5. Beatle nach einem Aufenthalt im Wäschetrockner und grenzgeniale Dialoge der Marke: 'Was ist das?' 'Ein Mensch,
ein toter Mensch' 'Und was machen wir jetzt?' 'Ich weiß nicht, ist auch eine neue Situation für mich.' Zum Schreien. In dieser
Gegenwelt ist alles kaputt, alles daneben. Es ist schwer ergründbar, was ein Drehbuchautor geraucht haben muss, um eine Geschichte
mit einer derart bissigen Freude am schwarzen Detail zu erzählen - aber es war garantiert nicht harmlos. Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude. Anschauen!
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