Wahnsinn, Horror, Krieg und Dämonen, Drogen und Halluzinationen, Blut und Gewalt. Dunkler und düsterer als Jacob's Ladder,
paranoider und hilfloser war selten ein Film. Schlicht verstört läßt einen Jacob's Ladder zurück. Ein Horror-Trip der besonderen
Art. In seiner Wirkung auf den Zuseher, in seiner Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit allenfalls vergleichbar mit 'Die Körperfresser'
von 1978. Dabei enthält Jacob's Ladder Versatzstücke und Ideen, Szenen und Konzepte, aus denen später ganze Filme gemacht wurden. Der
Kampf mit dem Jenseits und den Dämonen, wie in The 6th Sense, ein überraschendes Ende, das die ganze Geschichte auf den Kopf
stellt, wie in Die üblichen Verdächtigen, das ganze gepaart mit der Hoffnungslosigkeit von Verfall und Wahnsinn, die Reise
durch Zeiten und Dimensionen, ohne Halt, ohne noch zu wissen, was Wirklichkeit ist, was Traum ganz wie in 12 Monkeys. Der
Schmerz des Verlustes geliebter Menschen, die Verlorenheit, umgeben zu sein von Feindseeligkeit und Unmenschlichkeit, der
Verlust des Vertrauens letzter Bezugspersonen, bis hinein in die ungebremste Paranoia. Und am Ende eine Erklärung, die alles
zu erklären scheint und doch nur eine Erlösung ist vor dem wirklichen Ende. Jacob's Ladder ist nichts für schwache Gemüter, denn er führt voraugen, wohin die menschliche Seele abdriften kann, wenn sie
den Halt verliert. All das wäre nur Kintop, wüßten wir nicht alle intuitiv, daß auch wir selbst dorthin abrutschen können,
die Leiter hinab in den Alptraum, in dem der Verstand nur noch vergeblich Halt sucht, Anhalt und Hinweis auf die Beschaffenheit
dieser erlebten Realität, die keine mehr ist. Die schlimmste Qual ist die, wenn der Verstand, so sehr er auch arbeitet, keinen
Halt mehr findet, die Welt zerfällt in zusammenhangslose Brocken, die weder Muster noch Sinn mehr zu erkennen geben. All das widerfährt Jake und der Film schafft es, seine Qual zur Qual des Zusehers werden zu lassen. Nicht zu vergleichen übrigens
mit dem schwachmatischen und trotzdem bekannt und populär gewordenen 91/2 Wochen, vom selben Regisseur. Hier zeigt sich wo
seine wirklichen Talente zu liegen scheinen.
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