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Hinführung
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Ob die Filme, in denen am Ende alles anders ist als der Zuschauer und die Hauptpersonen glauben, seinen Anfang mit Wilders
Zeugin der Anklage nimmt? Wer weiss. Sicher ist, dass dieses Genre mit The Sixth Sense von M. Night Shyamalan, dem Mann mit
dem unaussprechlichen Namen, einen Urknall erlebt hat und sich dieses Prinzip einige andere Filmemacher zueigen gemacht haben.
Problem dabei ist: Bei Shyamalans Filmen erwartet man inzwischen die große Wendung und ist den ganzen Film über auf der Suche
nach den Haken und Ösen an denen er sich vorzeitig verrät. Ein derart aufmerksamer Zuseher verdirbt sich aber mitunter selbst
den Spaß, sodass am Ende nur immer wieder andere und neue Regisseure und Konzepte den unerwarteten Aha-Effekt am Ende wirklich
auszulösen vermögen, die große Verschwörung enttarnen, das Missverständnis aufklären, die Mystik oder den Wahnsinn in ihrer
vollen Tragweite auf den Zuseher auskippen. Und daher findet sich neben dem Großmeister Shyamalan eine illustre Schar von
Regisseuren in diesem Genre, die, jeder auf seine Weise, den Zuseher so sehr in die Irre führen, dass er es am Ende genießt,
einen ganzen Film lang nichts verstanden zu haben.
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American Psycho (2000)
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Der Titel 'American Psycho' suggeriert zuallererst eine Verwandtschaft zu Hitchcocks Klassiker aus dem Jahr 1960. Und die
Befürchtung einer weiteren Folgeproduktion ohne eigenen Kern kommt nicht von ungefähr, ist doch der alte Klassiker bereits
mehrfach mit Nachfolgern beglückt worden, die sich allesamt gänzlicher Überflüssigkeit erfreuen. Sogar das Titelbild des Films,
abgebildet Christian Bale, verwegen zur Seite blickend, in Händen haltend ein großes mörderisch großes Küchenmesser, vermindert
diese Assoziation nicht sondern verstärkt sie noch. Ist hier die Marketingmacht der Absicht zu unterstellen?
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Fight Club (1999)
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Sieben ist überbewertet. Harte psychologische Thriller haben mit Das Schweigen der Lämmer und Angel Heart den unappetitlichen
Serienmord zur genüge - im wahrsten Wortsinn - ausgeschlachtet. Auch wenn Kevin Spacy als John Doe umwerfend und Pitt wie
immer ganz entgegen seinem Beau-Image hervorragend spielt, bleibt Sieben eine Neuauflage eines vergleichsweise konventionellen
Serienkiller-Films. Nicht mehr. Nicht so Fight Club. Fight Club ist einzigartig, herausragend, genial, pervers, krank, unerreicht.
Vielleicht das Meisterwerk des modernen Films, das der Postmoderne sowieso. Fight Club ist pervers und wahnsinnig.
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