Wurde Kennedy von der Mafia oder gar von den Geheimdiensten liquidiert, hält die US-Regierung in Area 51 Ufos vorrätig, geht
der 11. September gar nicht auf das Konto der Islamisten? Fox Mulder (Akte X) sagt einmal in seinem süffisanten Humor zu Scully:
'Glauben Sie etwa immer noch, dass Elvis tot ist?' Was hat das alles mit einem Film über einen astronautischen Ausflug zum
Mars zu tun? Wer Augen hat zum Sehen, der sehe! Gestört an Unternehmen Capricorn hat mich stets, dass man die komplette Raumfahrtechnik für einen Marsflug nicht etwa nur
an den Mondflügen orientiert (was technisch völlig unrealistisch ist), sondern alles, die Raketen, die Landefähre, die Raumanzüge,
alles 1:1 übernommen hat. Ohne Dialoge, in denen vom Mars als Ziel die Rede ist, quasi als Stummfilm, würde alles darauf hindeuten,
als ginge es in Unternehmen Capricorn um einen getürkten Mondflug - kein Zweifel. Wer Augen hat zum Sehen, der sehe. Im Rahmen der erblühenden Verschwörungstheorien um den 11. September und ein bisschen unterstützt von der Allverfügbarkeit
der Informationen durch das Internet in diesen Zeiten haben auch andere Große Verschwörungen neulich wieder Konjunktur gehabt.
Und eine davon, die ebenfalls den Sprung vom Internet ins Fernsehen (in Form von politisch korrekten Gegendarstellungen freilich)
geschafft hat, war die um die komplette Fingierung der Mondlandungen. Die um Realismus heischenden Alternativen rankten vom
verständnisvollen, man habe die Photos vom Mond nachstellen müssen, weil die Originale aufgrund technischer Defekte zerstört
wurden bis hin zum physikalisierenden, der Mondflug sei technisch gar nicht möglich, weil der strahlungsreiche Van-Allen-Grütel,
der zwischen Erde und Mond sich erstreckt, jedes Lebewesen, das ihn durchquert töten würde. Wer wagt, so etwas zu entscheiden. Alles was wir über die Raumfahrt wissen, wissen wir aus Büchern und Dokumentarfilmen, also
zweiter Hand. Da die Herrschaften dort draußen allein waren und uns allenfalls ein paar verrauschte Audio und Video-Signale
erreichten, wissen allein die Teilnehmer was sie dort oben wirklich getrieben haben. Und diese sind, machen wir uns nichts
vor, Soldaten, allesamt. Was würden sie schon preisgeben? Immer wieder muss ich in diesem Zusammenhang über ein Detail schmunzeln: Das Mondgestein, das die Astronauten vom Mond mitgebracht
haben (und das auch immer wieder gerne als suggestiver Beweis für Ihre Ankunft dorto verwendet wird) wurde nach Rückkehr und
chemischer Analyse als 'sehr erdähnlich' eingestuft. Wenn sich da mal nicht die Katze in den Schwanz beißt. Daraus hat man,
heute akzeptierte Theorie, das Bild entwickelt, der Mond müsse ein Teil der Erde sein, der in einer großen Kollision vor 5
Mrd. Jahren aus dem Erdkörper herausgerissen wurde und seither seine Bahn um die Erde zieht. Freilich gibt es genügend Astronomische
Hinweise, dass dies plausibel sein kann, immerhin hat keiner der inneren Planeten außer der Erde einen solchen 'echten' Mond
(wir wollen einmal von den beiden eingefangenen Asteroiden-Monden des Mars bewußt absehen). Aber was für ein Bärenddienst
an der Wissenschaft, wenn das Mondgestein nur deshalb so erdähnlich ist, weil es gar nicht vom Mond stammt... Es bleibt die Skepsis, wie man es getan haben könnte. Und mitten in diese Skepsis passt Unternehmen Capricorn. Ein spannender
Film mit einer noch spannenderen Story, wenn man Mars immer fleisig durch 'Mond' ersetzt.
Und dann findet sich in diesem Dunstkreis noch ein völlig unerwarteter Beitrag: 'Kubrick, Nixon und der Mann im Mond'. Eine
Dokumentation. Eine, die aufs eindringlichste referiert, wie es wirklich ist. Vom Publicity-abhängigen Präsidenten über den
genialen Filmemacher bis zu fingierten Mondaufenthalten: Allein, alle Interviews mit Prominenten, Politikern, Astronauten,
die dies eineindeutig zu bestätigen scheinen, sind nicht etwa gefälscht, sondern nur sehr geschickt und suggestiv zusammengeschnitten.
Im Grunde kümmert sich diese Doku nicht um die Frage, ob die Mondlandung eine Hoax (neudeutsch für einen großangelegten Betrug)
war oder nicht, sondern zeigt sehr elegant, wie hoch die Glaubwürdigkeit von zusammengeschnittenen Interviews tatsächlich
ist. Alles Perverse.
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