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Hinführung
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Die Wirklichkeit schreibt die besten Geschichten. Wer wird dies bezweifeln wollen. Und noch einen weiteren Vorteil hat das
Ganze: diese Dinge sind wirklich geschehen, wenn nicht exakt genauso, so doch in dieser Weise. Man kann hier etwas lernen.
Über die Welt über die großen und kleinen Ereignisse, die die Menschen und die Menschheit bewegen. Über Leben und Lebensentwürfe,
über die Grausamkeit der Welt und ihre bedingungslose Schönheit über Schicksale und das Zermürbende des Daseins. Viele dieser
Filme sind Biographien oder leben ein Ereignis nach. Andere beschreiben fiktive Personen in einem realen Umfeld, wobei die
Personen oft dazu dienen, Identifikationspersonen zu generieren, anhand derer die realen Ereignisse unmittelbar für den Zuschauer
erlebbar werden. In jedem Fall wird hier versucht, die Welt zu beschreiben, auf eine sehr direkten, vielleicht sogar phantasielose
Art: es geht um wahre Begebenheiten.
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Zodiac (2007)
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Ein Film, der einem im Gedächtnis bleibt, obwohl man nicht recht weiß, warum. Vielleicht deswegen: Fincher ist ein Könner,
das ist nach Fight Club und The Game wohl keiner Diskussion mehr wert. Und der Stoff an den er sich hier gewagt hat, sollte
von nicht weniger als einem Könner umgesetzt werden, sonst ist eine Bauchlandung unvermeidlich.
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München (2005)
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Angekündigt wurde mir der Film als 'ein langweiliger Scheiß'. Und in der Tat kommt er ungewöhnlich real, düster, grau daher,
wie ein alter Buchhalter. Keine Helden-Action, kein Retten der Welt. Dies hier ist die Realität, mehr ist sie das, als der
Zuseher es wirklich wissen will. Offenbar neigen die großen Erzähler unserer Zeit, zu denen Steven Spielberg unzweifelhaft
zählt, mit zunehmender Reife immer mehr dem Realen zu, der Abbildung des Wahren anstatt der unterhaltsamen Illusion. Kein
Spielberg-Gehabe hier mit lustigen Einstellungen und sympatisch-chaotischen Charakteren. Höchstens, allerhöchstens und nur
dann ein bisschen, dann, wenn er die Israelis portraitiert. Das klingt dann wie ein entferntes Echo seiner früheren leutseligen
Komödien. Ganz klar auf welcher Seite seine Sympathien liegen. Ein Film damit über fünf ganz unterschiedliche Männer, zivilisiert,
humorvoll, normal, Alltagstypen. Nur eines haben sie gemein: sie arbeiten im Auftrag des Gehmeindienstes. Sie töten im Auftrag
ihres Landes. Eigentlich ein Heimatfilm. Denn es geht um die Heimat der Juden. Aber am Ende ist das einzige was bleibt die
Erkenntnis, dass Killer wenn nicht ihr Leben, so doch ihre Seele verschachern.
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Walk the Line (2005)
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Walk the Line ist für sich genommen ein grandioser Film, der den Werdegang von Johnny Cash bis zu seiner Hochzeit mit June
Carter Ende der 60er Jahre genau beleuchtet. Der Film hat alles, was ein eindrucksvolles Biopic braucht: einen grandiosen
Hauptdarsteller, der in beinahe jeder Einstellung zu sehen ist ohne zu nerven, eine überzeugende Zeichnung der Zeit und der
Sitten und Moralvorstellungen unter denen das künstlerische Talent sich entfaltet und gegen die es sich behaupten muss. Man
lernt sogar, dass die damals ebenfalls noch recht unbekannten Herren Jerry Lee Lewis und Elvis Presley zusammen mit Johnny
Cash durch die USA getourt sind. Aber warum klingt all das dann so skeptisch?
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Die Silicon Valley Story (1999)
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Es gibt Filme, die mögen nicht unbedingt herausragen, weil sie besonders kunstvoll sind oder weil ihre Schauspieler so viel
mehr als das zu erwartende leisten. Manches ist einfach nur deswegen von Bedeutung, weil die Geschichte so skurril und bemerkenswert
ist und - wie in diesem Fall - auch noch eine wahre Geschichte ist in all ihrer Skurrilität. Und das macht sie unterhaltsam.
Unterhaltsam zu sein ist kein verbrechen. Und wo Unterhaltung und Historie befruchtend aufeinander treffen, ist eine Empfehlung
kein Schaden. Denn trefflich Anekdoten lassen sich berichten aus der Zeit des Goldrausches der Neuzeit: den rasanten Entwicklungen
des Silicon Valley wo Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts die ersten Heim-Computer entwickelt wurden.
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Titanic (1997)
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Zuerst fiel mir dieses riesige Papp-Standbild im Foyer unseres Kinos auf. Eine Pappskulptur, aus dem einem dieser riesige
Schiffsbug frontal entgegen kam, als käme das Schiff direkt auf mich zu. Dann las ich 'Titanic' und Leonardo di Caprio. Naja.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell Interesse entsteht und noch mehr, wie schnell es wieder vergehen kann. Schönling Leo
in einem Film dessen Ende jeder schon kennt. Ein nasses Ende. Ein frustrierendes Ende. Kein Happy-End, jedenfalls für Tausende
nicht. Wer will sowas schon sehen. Erst als ich schon wieder weitergehen wollte sah ich es: ganz unten am Bug des Schiffes
standen die magischen Worte, die mich wissen ließen: ich werde diesen Film sehen. Da stand: 'Ein Film von James Cameron'.
Der Meister würde den Untergang der Titanic inszenieren? Das würde ja sogar Leo verschmerzbar machen! Und so ging ich noch
in der ersten Woche in einen Film, von dem ich schon wußte, wie er ausgehen würde. Naß, aber nicht fröhlich.
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The Doors (1991)
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Wer die Musik dieser Band verstehen will, braucht diesen Film. Jeder andere auch. Bevor ich diesen Film gesehen hatte, habe
ich mit der Musik der Doors schlicht nicht viel anfangen können. Und das war nicht ohne Grund so. Weder war mir klar, dass
es sich vor allem um vertonte Gedichte von Jim Morrison handelt, noch, dass es Programm und Ziel war, die gängigen Grenzen
zu durchbrechen ...Break on through... und die Tore, die Doors, aufzustoßen zu anderen Bewußtseinsebenen und Sphären und Wahrnehmung
...to the other side... der Existenz oder gerne auch des Todes. Denn war Jim Morrison auf einem Todessehnsuchts-Trip mit zu
viel Alkohol und einer Beliebigkeit von Drogen? Schwer zu beurteilen, doch Mitteilsam sind seine Geschichten, wenn auch oft
verstiegen und voller dunkler Andeutungen, auf Tod, Mord, Inzest und Grauen, Inhalte, die zu verstehen eine Kenntnis erfordert,
die dem interessierten Neuling - wie mir selbst zu jener Zeit - nicht in die Wiege gelegt war.
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