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Anmerkungen
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Es gibt Filme, die mögen nicht unbedingt herausragen, weil sie besonders kunstvoll sind oder weil ihre Schauspieler so viel
mehr als das zu erwartende leisten. Manches ist einfach nur deswegen von Bedeutung, weil die Geschichte so skurril und bemerkenswert
ist und - wie in diesem Fall - auch noch eine wahre Geschichte ist in all ihrer Skurrilität. Und das macht sie unterhaltsam.
Unterhaltsam zu sein ist kein verbrechen. Und wo Unterhaltung und Historie befruchtend aufeinander treffen, ist eine Empfehlung
kein Schaden. Denn trefflich Anekdoten lassen sich berichten aus der Zeit des Goldrausches der Neuzeit: den rasanten Entwicklungen
des Silicon Valley wo Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts die ersten Heim-Computer entwickelt wurden. Und der Kern-Story dieses Komplexes aus Amateurhaftigkeit und schrägen und teils genialen Charakteren widmet sich dieser Film.
Er kommt zwar beinahe im Stil einer einfachen Teenie-Kommödie daher, was für sich genommen schlimm wäre. Doch tut er dies
nicht ganz ohne Grund, haben die Protagonisten doch sämtlich noch die Eierschalen ihres Studiums hinter den Ohren. Und doch
werden hier Entwicklungen berichtet, die nicht weniger anstiften, als die Welt in den kommenden 20 Jahren dramatischer umzukrempeln
und unser aller Leben stärker zu beeinflussen - und den betreffenden dabei größere Vermögen in die Taschen fließen zu lassen
- als der Normalbürger sowieso und auch technisch bewanderte sogenannte Fachleute dies damals je gewagt hätten sich vorzustellen.
Die digitale Revolution, vorgetragen von den beiden zentralen Figuren Steve Jobs (Garagenfirma Apple) und Bill Gates (Luftnummer
Microsoft) ist im Grunde die Revolution unserer Zeit schlechthin. Umso amüsanter ist es, zu sehen mit welcher Amateurhaftigkeit
und Stümperei sie begann und mit welcher unwiderstehlichen Vehemenz sie sich - man möchte sagen trotzdem - Bahn brach. Äußerst positiv fällt auf, dass die Schauspieler die realen Personen, die sie spielen sehr gut nachempfinden und sogar viel
Sorgfalt auf äußerliche Ähnlichkeit gelegt wurde, dass - wie leider so oft in derartig technischen Themen - die technischen
Details, soweit sie vorkommen, nicht extrem vereinfacht wurden, sondern hinreichend authentisch bleiben und drittens, dass
Ausstrahlung und Charisma der beiden Haupt-Protagonisten, wenn schon dem Klischee, so doch auch hinreichend genug den abgebildeten
realen Personen entspricht. An der Geschichte brauchte man nicht viel arbeiten, sie spricht für sich. Trotzdem ist das Drehbuch
spritzig und unterhaltsam, Kamera und Schnitt sind routiniert und fördern das Vergnügen. So ist diese Komödie kurzweilig, unterhaltsam und lehrreich. Denn sie zeigt ein bisschen auf, lässt ein bisschen hineinspüren,
zeigt die digitalen Halbgötter unserer Zeit ein bisschen ungeschminkt und legt dabei dar, wie es dazu kam, dass William H.
Gates III heute die (digitale) Welt regiert und nicht weiß wohin mit seinem Geld - und dabei trotzdem keine Freundin finden
konnte. Und ein bisschen enthüllt er auch, dass Microsoft die Idee für Windows von Apple geklaut hat, die sie aber ihrerseits
nur von Xerox geklaut haben, ebenso wie die Maus. Daher ist der Originaltitel 'Pirates of Silicon Valley' sicherlich treffende
als der recht zurückhaltende deutsche. Dass der Kampf um die Weltherrschaft im Computerbusiness kein braver fairer Wettstreit
war, sondern ein hauen und stechen, das wird offenbar. Und gewonnen hat auch nicht der Beste, sondern der härteste Kämpfer. Am Ende wünscht man sich geradezu eine Fortsetzung, bricht die Geschichte doch um 1985 ab, als Microsoft mit Windows auf den
Markt kommt und Apple dupiert. So vieles wäre noch zu erzählen... Jeder, den die Thematik interessiert sei darüber hinaus das Buch 'Unternehmen Zufall' von Robert X Cringley ans Herz gelegt.
Nicht minder chaotisch und amüsant beschreibt er noch viele weitere Details der frühen Jahre von Silicon Valley, die so viele
Anekdoten enthält, dass man aus diesem Fundus gut und gerne eine ganze Fernsehserie hätte machen können.
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