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Hinführung
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Daß die Verfilmung von Comics nach dem Eintagsfliegenerfolg von Superman in den 70ern im neuen Jahrtausend einen echten Boom
erlebt ist kein Zufall: Comics handeln fast nie vom Alltag ganz normaler Menschen. Sie sind geradezu das Gegenteil davon.
Und nicht ganz zufällig heißt eine berühmte Comic-Reihe auch 'Marvel' Comics. Staunen und Wundern, das soll der Leser von
Comics und sich in Welten entführen lassen, in denen Superhelden der Welt Gerechtigkeit bringen und mit Superfähigkeiten Superbösewichte,
die gewöhnlich die Weltherrschaft anstreben, vertreiben. In diesem Sinne sind auch die guten alten James-Bond Filme eigentlich
Comic-Filme nur ohne ein tatsächlich gemaltes und gedrucktes Vorbild. Und eine weitere Eigenschaft ist diesen Comic-Filmen
zueigen, die wir auch schon bei Bond finden: die Serie. Kaum einer kommt ohne Sequel und Sequel zum Sequel usw. daher. Warum aber dieser Boom, und dazu in dieser Qualität? Genau das ist der Grund! Die Qualität ist heute erst machbar durch die
Perfektionierung der Tricktechnik. Nicht Comicfilme sind in Mode, sondern sie sind heute erst zu vernünftigen Kosten herstellbar
und werden genau deswegen in guter Qualität produziert und an den Mann gebracht. Doch dieser kleine Historische Umstand soll
uns nicht weiter stören. Und dass am Ende nicht jeder dieser Filme einen gezeichneten Comic zum Vorbild hat, sollte auch nicht stören. Trotzdem gehören
Indiana Jones und die Men in Black ebenso in dieses Genre, wie Unbreakable, dieser ganz besonders, weil er die Grenzen des
Comics zu seinem Vorteil sprengt.
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300 (2007)
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100 war einmal in unserer Kindheit der Inbegriff von viel, 200 ist schon ziemlich schnell, aber 300 ist der Wahnsinn in Tüten
- und die Intuition täuscht uns nicht. 300 ist ein wüstes Spektakel, in Bildern inszeniert, auf halbem Weg zwischen Comic
und Realfilm. Doch entgegen der durch Tarrantino-Spezl Rodriges auf seltsame Weise misslungenen Verfilmung von Frank Millers
Sin City zu Gebote stehenden Befürchtungen: 300 ist nicht oberflächlich, nicht zu sehr auf Show-Effekte fokusiert, sondern
hervorragend, nicht zu sagen genial.
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Men in Black (1997 - 2002)
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Eine schrille Farce, dominiert von einem Tommy Lee Jones, der klar auf den Spuren von Clint Eastwood wandelt und einem - freilich
daneben nur - eher blassen Will Smith (man vergebe den argen Kalauer). Men in Black ist die große Duologie der Moderne, deren
dritter Teil ebenso unvermeidlich, wie auf ihn zu warten unerträglich sein dürfte. Der zeitgenössische Film, der Drama der
Einwanderung metaphorisch fasst, in der Schicksale ganzer Völker - ob nun eingesperrt in einem Bahnhofsschließfach oder nicht
- verhandelt werden. Das große Drama um die unerschütterlichen Retter dieser Welt: Agent J und Agent K, Mr. Jones und Mr.
Smith.
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Unbreakable (2000)
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Wenn es so etwas wie einen Anti-Kriegsfilm gibt und Anti-Helden, dann ist Unbreakable ein Anti-Comic-Film mit einem Anti-Superhelden.
Ein bisschen damit auch ein Kommentar zu den zu dieser Zeit virulenten Comic-Verfilmungen im Allgemeinen. Und dabei gelang
der schlicht ungewöhnlichste Superhelden-Film aller Zeiten. Bruce Willis ist unzerstörbar und damit der Prototyp eines jeden
Superhelden, gerdezu ihre Essenz. Allein: er will diese Gabe nicht. Er ist ein stiller, zurückgezogener Charakter, versucht
den Ball flach zu halten und will einfach nur wie alle anderen, einfach ein Normalo sein. Die Einsamkeit des Auserwählten
wird selten so eindringlich geschildert, selten wird in einer Comic-Welt eine so ungewöhnliche und traurige Perspektive eingenommen,
selten kommt ein Superheld so grau, so unscheinbar, so wenig glamourös, so sympathisch und normal daher.
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Spiderman (1999)
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Die Mutter aller modernen Comicfilme hat eine ganze Schleppe von Nachahmern dabei, die das Original an Action, Witz und Charme
aber nicht erreichen. Weder Hulk noch der Punisher, nicht die Fantastischen 4 oder die X-Men, weder Tim Burtons Retorten-Plastik-Batman
noch Christopher Nolans zu vollgestopfter Realo-Batman bieten eine derart fein und sympathisch gezeichnete dabei herrlich
tragikkomische Hauptfigur noch eine derart zum Mitleiden und -weinen einladende Love-Story im Gepäck, gar nicht zu reden von
den wundervollen Achterbahnfahrten durch die Hochhausschluchten von New York.
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Die Mumie (1999)
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Der einzige Film, in dem der Bösewicht - und was ist das für ein Bösewicht, mit Plagen und Ungezifer! in dem der Bösewicht
sympathischer und charismatischer auftritt, als der designierte Held; und man sich bei der Hoffnung ertappt, der Bösewicht
möge obsiegen - ob seiner gar nicht so bösen Motive willen. Denn zur Abwechslung sucht hier einer nicht die Weltherrschaft,
oder Unmengen von Geld, sondern nur die Liebe seines Lebens - mehr tragisch als anmaßend. Und genaugenommen ist die Mumie
Imhotep der einzige wirklich intelligente und ernsthafte Charakter des Films. Er verfolgt seine Ziele mit Beharrlichkeit und
erreicht sie auch - fast, natürlich. Und damit ist er am Ende eine beinahe tragische Figur, trotz allen Schabernacks, den
er begeht.
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Indiana Jones III - Der letzte Kreuzzug (1989)
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John Williams ist kein Leisetreter. Kein Wunder: hat er doch offensichtlich, oder muss man sagen, offenhörbar, ein Vorbild,
dessen Musik auch nicht gerade für die leisen Töne bekannt ist: Richard Wagner. Wie groß der Einfluß von Wagner auf die moderne
Filmmusik ist, wird bei John Williams besonders deutlich. Und in Indiana Jones übernimmt Williams' zum mitsummen anregender
hymnenhafter Soundtrack ebenso die zweite Hauptrolle, wie schon in Star Wars und später, etwas weniger launig freilich in
Schindlers Liste.
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