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Hinführung
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Schmutzige kleine Drecksgeschichten von Maden, die im Dreck hausen und sich dort pudelwohl fühlen, während sie einander abstechen
und abschießen. Niemand anders als Quentin Tarrantino, dessen Mutter ihm den sperrigen Vornahmen angeblich gegeben hat damit
er auf einer Kinoleinwand formatfüllend ist, hat dieses Genre Anfang der 90er etabliert, man ist versucht zu sagen: erfunden.
Dieses Genre ist Quentin Tarrantino. Mit Pulp wurde ein Stil geschaffen, der verschiedene Elemente zu einem höchst explosiven und schlagkräftigen neuen Stil vereint:
die in den 80ern tricktechnisch, wie zeitgeistig virulente blut-spritzende Gewalt der Horror-Filme, das Sujet der bislang
(im Vergleich) eher klassisch und damit blutleer inszenierten Gangsterfilme, die weitgehende Abwesenheit wirklicher Identifikationspersonen
und Sympathieträger des Film Noir, sowie die teilweise hirnlosen und an absurde Komik grenzenden Dialoge von billigen und
billigsten Trash-Movies. Dazu gemixt hat Tarrantino exzellent ausgewählte altmodische Rock-Musik und Bilder sowie Handlungselemente
des klassischen New-Hollywood Kinos der 70er Jahre - viel schmutziger Realismus, 'echter' Abschaum. Dazu passt in gewisser Weise die Wahl zum jeweiligen Zeitpunkt eher abgehalfterter Schauspieler für die Hauptrollen, solche,
die ihre beste Zeit längst hinter sich haben und die bei dieser Gelegenheit zeigen können, dass sie bei weitem nicht zum alten
Eisen gehören. Ob John Travolta, Michael Keaton, David Carradine und jüngst Kurt Russel. Tarrantino wühlt im Müll, birgt die Preziosen, und baut daraus besondere Kunstwerke, die künden von Verfall und der Schönheit
darin, von Untergang und der Weisheit, dass dies und nichts anderes der Gang der Dinge ist, von Gewalt und der Ästhetik der
zerfetzenden Kugel, von kranken Freaks und der Erkenntnis, dass die nicht die Ausnahme sondern die Regel sind, zuletzt davon,
dass auch wir, die wir diese Filme mögen, bestimmt alle ein bisschen Bluna sind.
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Death Proof (2007)
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Tarrantino sagte kürzlich, er drehe maximal alle 2 bis 3 Jahre einen Film, weil er (O-Ton) 'genug Zeit haben will zum Rumvögeln'.
Gut, was will man dazu sagen. Obwohl es im Grunde schade ist, denn dieser Mann ist schlicht ein visuelles scheiß Genie. Und
dabei hat man inzwischen auch nicht mehr den Eindruck, dass er noch mit irgend einem seiner Fetische hinterm Berg hält. Death
Proof ist ehrlich, klar und herzhaft, keine Kompromisse. Ideal besetzt im Übrigen Kurt Russel ebenso wie den ganzen Chicks.
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Jackie Brown (1997)
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Freilich ist Pulp Fiction einzigartig. Stilprägend. Um ein überstrapaziertes Wort zu bemühen: genial. Doch Tarrantinos bester
Film im klassischsten Verständnis des Films, des Films, der eine Geschichte erzählt, wobei die Geschichte auch die zentrale
tragende Rolle spielt, ist fraglos Jackie Brown. In Pulp Fiction spielt die Überraschung, die Skurrilität, die Rohheit die
tragende Rolle, die Form der Ausführung, alles mögliche, nur nicht die Handlung.
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Pulp Fiction (1994)
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Unmöglich sich den modernen Film der 90er Jahr ohne diesen stilistischen Urknall vorzustellen. Unmöglich alle Stärken des
Films aufzuzählen. Angefangen bei John Travoltas genial-kaputtem Comeback, über die völlige Eigenständigkeit der Erzählweise
in ihrer irrwitzigen Nichtlinearität und der allgegenwärtigen Konzentration auf das Nebensächliche.
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