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Anmerkungen
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Wie ein inoffizielles und unautorisiertes Remake von Stanley Kubriks Spartacus nimmt sich Gladiator aus, bis hin zu Stoyelementen,
Schauplätzen und wiedererkennbaren Einstellungen. Was ansich zur Verärgerung Anlass böte macht zum Glück überhaupt nichts!
Denn dank Ridley Scotts kunstvoller Inszenierung und dank diverser moderner technischer Möglichkeiten, die Kubrick 1960 noch
nicht zur Verfügung hatte, die z.B. das alte Rom in computergenierter Pracht erstrahlen lassen, ist Gladiator zumindest ein
würdiges Remake, beglückt daneben mit etlichen neuen Elementen. Das erste, was anders ist: Spartacus ist eine wahre Geschichte, das einzig Wahre in Gladiator ist der Kaiser Marcus Aurelius,
der Philosoph und Freund der Republik. Spartacus stand gegen Rom auf um 73 v.Chr. Marc Aurel herrschte aber 200 n.Chr. Und
die Verschiebung der ganz ähnlichen Handlung quer durch die Zeit dient natürlich nur einem Zweck: man wollte das Colloseum
als Hauptschauplatz des Show-Downs zeigen, nur das leider existierte zur Zeit des Spartacus-Aufstandes noch gar nicht, sondern
wurde erst viel später von Kaiser Hadrian erbaut (wohl kaum von ihm selbst, aber behalten wir diese übliche Formulierung einfach
trotzdem bei). Also musste die Handlung danach spielen, Spartcus fiel damit als Hauptfigur sowieso aus. Von Marcus Aurelius
Zeiten aus wird die Story von Gladiator dann aber glaubwürdig, sogar denkbar vorangetrieben. Im Grunde eine simple Dreiecksgeschichte:
Der Kaiser, der ungeliebte Sohn, der bevorzugte Wunschnachfolger - fertig ist das Dilemma. Historisch ist diese Story durch
nichts belegt, im Gegensatz zu Spartacus dessen Aufstand Rom tatsächlich in eine drastische Krise getrieben hat und dessen
Verlauf detailiert durch die römische Geschichtsschreibung dokumentiert ist. Außerordentlich spektakulär sind in Gladiator die Kampfszenen, besonders die, die in der Fernsehfassung wieder einmal komplett
herausgeschnitten wurden. Denn Ridley Scott zeigt eine Schlacht, einen Kampf, wie er sich dem Kämpfer darstellt: als wildes
Durcheinander in dem er lediglich reagieren kann, in dem sich das eigene Gesichstfeld und der Geist einengt auf zwei Dinge:
töte Feind, überlebe. Kein Film schildert diese Mann-gegen-Mann Situation so autentisch und so eindrucksvoll, wie Gladiator. Ebenfalls sehr angenehm fallen viele kleine Details der Ausstattung und der gut recherchierten römischen Welt auf: der Ahnenkult,
die teils äußerst detailreich und prunkvoll gearbeiteten Rüstungen und Kleider und vielleicht allen Voran: die von den bekannten
Hollywood-Klischees doch deutlich abweichende Sprache. Hier wird in Gladiator deutlich der Versuch unternommen, klarzustellen,
was in beinahe allen anderen Filmen der Traumfabrik über andere Länder und Zeiten oft genug so schmerzlich lächerlich fehlgeleitet
wirkt: die alten Römer waren keine Amerikaner, haben weder amerikanische Denk- noch Sprechweisen bevorzugt, schon gar keine
amerikanisch-puritanischen Moralvorstellungen gepflegt und waren auch im Herzen keine Democrats. Gladiator müht sich sichtlich
um diesen Unterschied, versucht das Ganz Alte Europa so darzustellen, wie es gewesen sein mag, und nicht zum Abklatsch des
heutigen Amerikas zu verzerren. Anzumerken bleibt, dass Russel Crowe die ideale Besetzung für den unschuldig zum Gladiator demontierten Tribun Maximus ist
(auch wenn der Name Maximus denkbar unglücklich oberflächlich und phantasielos gewählt scheint) und sein Widerpart Joaquin
Phoenix aufs Neue eine oscar-reife Leistung als Imperator Commodus bietet. Wunderbare Bilder, Exzellente Darsteller, perfekte
Ausstattung, großartig!
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