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| Science Fiction und Fantasy |
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Hinführung
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Geht es hier um Zukunft, andere Welten, wilde Phantasien ohne Sinn und Verstand? Ist Science Fiction Unsinn in Tüten, für
Realisten nur Nebenschauplatz? Nein. Im Gegenteil. Es geht immer um unsere eigene Welt, unsere Zeit, uns Menschen. Aber in
verschiedenen Zuständen, Abstraktionsformen und Gedankenspielen. Science Fiction ist lange nicht mehr die blauäugige Zukunftsvision
der nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Science Fiction hat sich unmerklich gemausert vom High-Tech-Spektakel und den Erforschungs-
und Eroberungsphantasien menschlicher Ausbreitung hin zur Reflektion dessen was den Menschen im Innersten bewegt. Eine Art Traumbild des Zustandes des Weltgeistes. Wie es schon Fritz Lang in Metropolis vorgegeben hatte und es in der Zwischenzeit
der Billigproduktionen der 50er und 60er Jahre durch Godzilla und Marsianer in Vergessenheit geraten war, ist Science Fiction
heute wieder die Schaubühne unserer innersten Visionen, Sorgen, Ängste und Hoffnungen. Science Fiction und Fantasy sind immer
was-wäre-wenn Geschichten, Meditation im Konjunktiv, frei und deswegen keiner Beschränkungen unterlegen, Studien der Geisteslandschaft
unserer Zivilisation, Spiegel unserer Gegenwart.
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Die Herrschaft des Feuers (2002)
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Es gibt Grundregeln, die scheinbar immer gelten. Scheinbar, denn letztlich gelten sie natürlich nur um am Ende gebrochen zu
werden. Eine dieser Regeln ist, daß jedes Computerspiel, das zu einem Film gemacht wird schlecht ist, weil beide Medien einfach
nicht zueinander passen. Die andere Richtung, Filme, die nach Spielen gedreht werden sind erst seit kurzem in Mode, aber auch
nicht sehr aussichtsreich.
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Signs (2002)
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Filme sind wie gute Rhetorik. Man geht von einem gemeinsamen Nenner aus und nimmt den Zuseher(-hörer) mit auf einen Trip.
Der gemeinsame Nenner hier sind Kornkreise. Man muss kein UFO-Jünger sein um zu wissen, dass diese großen, in Kornfelder eingebrachten
Strukturen, die man am besten aus der Luft erkennen kann, immer wieder Außerirdischen zugeschrieben werden - obwohl es gut
und gerne und viel wahrscheinlicher ganz irdische Urheber geben dürfte. Doch damit hält sich der Film nicht auf. Er geht in
eine ganz andere und viel spannendere Richtung...
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Der Herr der Ringe (2001-2003)
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Unzweifelhaft sollte nun jedem klar sein, woher die Inspiration zu Star Wars ursprünglich kam und übrigens auch warum J.R.R.
Tolkiens Buch bislang als unverfilmbar galt. Natürlich muss man etwas über dieses Projekt des Jahrzehnts sagen. Immerhin haben
die Arbeiten zu diesem dreiteiligen Film über 7 Jahre gedauert. Und so wurde nun auch dieses klassischste Urwerk (nicht Uhrwerk
bitte) der Fantasy-Erzählung endlich auch in die Kinos gebracht und damit näher an medialen Konsum und kulturellen Kommerz
gerückt, als es J.R.R. Tolkien je für möglich gehalten hätte. Tolkien selbst hielt das Buch nämlich für eine persönliche Spinnerei,
ein für seinen eigenen Zeitvertreib und Realitätsflucht betriebenes Hobby, das niemand je lesen wollen würde. Er hat es für
sich selbst geschrieben, allenfalls für ein paar Unentwegte, die die Vorgeschichte 'Der Hobbit' (ein Kinderbuch) mit einiger
Freude gelesen haben. Doch das Werk geriet außer Kontrolle und mutierte unter der Feder des Sprachwissenschaftlers Prof. Tolkien
zu einem gigantischen Sagenwerk von unerreichter Authentizität und Komplexität und einer wundervoll altmodischen und eleganten
Sprache.
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Aliens (1986)
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Alien 2 heißt Aliens. Plural, Mehrzahl, will uns sagen: diesmal kommen mehrere, nicht nur ein einzelnes, kleines, verschrecktes
Alien - mehrere. Man informiere sich über Alien, sollte dies unbekannt sein, um die Bedeutung dieses simpel erscheinenden
Umstandes zu erkennen. Denn war das eine Alien in Ridley Scotts Vorgänger von 1979 mal eben ohne viel Aufhebens für den grausamen
Tot von 7 Besatzungsmitgliedern der Nostromo verantwortlich (und es sah zu keinem Zeitpunkt so aus, als hätten die jeweils
restlichen Überlebenden auch nur den Funken einer Überlebenschance), so haben wir es in Aliens nicht mit vielleicht ein paar
dieser Wesen zu tun. Sondern mit Horden.
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Tron (1982)
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Tron verdanken wir viel. Das oft gleichbenannte Computerspiel in dem im elementarsten Fall zwei Punkte über einen schwarzen
Bildschirm Linien hinter sich herziehend versuchen (natürlich nicht die Punkte, sondern deren steuernde Spieler) sich so gegenseitig
durch diese spontan und relativ ursachenfrei produzierten Linien einzuengen, bis einer der Punke, die sich übrigens ohne Bremse,
dafür aber mit Turbo-Taste zuweilen beschleunigt vorwärtsbewegen, bis also einer von diesen beiden einer der gezogenen Linien
nicht mehr ausweichen kann. Es ist dabei einerlei, welche der Linien, die eigene oder die des anderen Punktes, der Ort des
Exitus sein darf. Berührung der Linie = Game Over.
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Alien (1979)
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Dass Ridley Scott mit Alien den Science-Fiction Horror erfunden hat macht die Einordnung dieses ungeheuer düsteren Filmes
auch nicht leichter. Ansich liegt es überhaupt nicht fern, das Sub-Genre des Science-Fiction-Horror zu erfinden. Horrorfilme
mit Monstern sind nicht gerade neu, erfreuten sich über Godzilla, Tarrantula und The Thing doch großer (nicht immer leicht
nachzuvollziehender) Beliebtheit. Da aber nun Zeitgenossen wie Godzilla einer gewissen Erklärungsnot nicht entgehen, was liegt
näher, als das Science Fiction Genre zu nutzen und Zusammenstöße mit Monstren als zukünftig zu inszenieren - plopp Erklärungsnot
verschwunden.
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Star Wars III-VI (1976-1983)
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Gut, wer das nicht kennt ist einfach selber schuld. Stärker konvergiert die zeitgenössische Popkultur nirgendwo. Nirgends
ist Eindeutigkeit und Identifizierbarkeit derart ausgeprägt. George Lucas hat Figuren für die Ewigkeit geschaffen, wenn die
Story währenddessen auch auf dem Niveau eines herkömmlichen Märchens bleibt. Die Staffage, der Stil, die Ideen sind einmalig
und nur mit einem einzigen anderen Großwerk vergleichbar.
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2001 - Odyssee im Weltraum (1968)
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Eigenständigkeit ist der Innbegriff von Kunst. Kunst ist, etwas zu schaffen, auf das bislang nichts hindeutet, das ungesehen,
ungedacht war. Die Ausdehnung des Vorstellbaren, die Erweiterung des bewußt denkbaren. Auf die Gefahr hin, das bewußt denkbare
in das Unterbewußte hinein auszudehnen - und sich dabei selbst zu erkennen.
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